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Algerien bereisen – zwischen Faszination und Kontrolle


Algerien bereisen – zwischen Faszination, Kontrolle und verschlossenen Türen

Wer Algerien bereist, betritt ein Land voller Gegensätze – landschaftlich großartig, kulturell tief verwurzelt und zugleich von einer Vergangenheit geprägt, die bis heute nachwirkt. Der Tourismus ist hier nicht einfach ein Wirtschaftszweig, sondern ein politisches Terrain. Und das spürt man. Die Menschen sind es wert, überall wird man interessiert und freundlich begrüsst.

Tourismus unter Kontrolle
Noch immer ist der Tourismus stark vom Staat – und vor allem vom Militär – geprägt. Die Schatten des Bürgerkriegs sind immer noch präsent, denn die Wunden dieser Zeit scheinen tief. Ausländische Reisende werden vielerorts von Polizeieskorten begleitet – vorne und hinten –, ein Sicherheitsprotokoll, das wohl mehr abschreckt, als schützt. Es zeigt, wie vorsichtig Algerien mit der internationalen Gemeinschaft verfährt.

Einreise – besser gut organisiert
Individuelles Reisen ist kaum möglich. Wer nach Algerien will, braucht Geduld – und einen Reiseveranstalter. Das Visumverfahren ist aufwendig, jede Bewegung muss organisiert sein. Der Veranstalter steht im engen Kontakt mit den Behörden und ist für den Ablauf verantwortlich. Wer auf eigene Faust unterwegs sein möchte, merkt schnell: Hier geht kaum etwas ohne offizielle Begleitung.

Tourismus mit zwei Gesichtern
Der Tourismus teilt sich in zwei Hauptströme: Im Süden geht es – meist in Gruppen – in die Wüste, zu den beeindruckenden Felslandschaften der Sahara. Im Norden liegt der Schwerpunkt auf Kultur, Geschichte und Städten wie Algier oder Constantine. Doch der internationale Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen. Der lokale Tourismus für Algerier blüht auf – Algerien kennt eine wohlhabende Schicht, und der Binnentourismus floriert. Für Reisende von außen dagegen wird wenig getan.

Die Grenzen dicht – die EU zahlt mit?
Ein bemerkenswerter Aspekt ist das Migrationsmanagement. Algerien hat seine Grenzen in der Wüste, die Flüchtlinge anzieht. Das Flüchtlingsproblem scheint unter Kontrolle – durch strenge Überwachung, teilweise mit Unterstützung aus Europa. Die Festung Europa beginnt also mitunter schon in der Wüste, ich habe das auf der Webseite vom Niger beschrieben.

Wer kommt nach Algerien?
Viele ausländische Reisende haben familiäre Wurzeln im Land – ehemalige Algerier oder Nachkommen von Algerienfranzosen, die heute mit Neugier, aber auch Vorsicht zurückkehren. Der Zugang zum Land ist auf dem Landweg schwierig; die günstigste Option bleibt die Fähre aus Genua via Tunesien.

Reiseberatung gefragt
Ich selbst habe einen Reisenden unterstützt, der nach Algerien wollte – mit Infos zu Visa und Adressen von Veranstaltern in Algerien während der ITB-Berlin. Wer sich für Algerien interessiert, braucht Durchhaltewillen – aber wird mit Erlebnissen belohnt, die man in keinem anderen Land so findet.

Fazit
Algerien ist kein klassisches Reiseland – und will es vielleicht auch nicht sein. Doch gerade das macht es faszinierend. Wer bereit ist, sich den Regeln zu fügen, wird belohnt mit einem ehrlichen, unvergessenen, echten Blick in ein Land, das sich nur zögerlich öffnet.


Erfolgreiche Kontaktanbahnung auf der ITB

Die ITB ist die weltweit führende Messe der Tourismusbranche und bietet eine hervorragende Plattform für Kontaktanbahnungen zu Reiseveranstaltern, Hotels und anderen touristischen Leistungsträgern aus Algerien.

Zu einer erfolgreichen Vorbereitung hätte ich mich vorab mit den Ausstellern aus Algerien vernetzen müssen. Denn einige Probleme treten bald einmal auf, vor allem zeitliche, überdies kennt man sich ja nicht. Auf der Messe sollten zudem Termine eingehalten werden, aber aufgrund der vielen Hallen kann das schnell einmal zu einem schwierigen Unterfangen werden.

Was gibt es zu präsentieren? Eine Entscheidende Frage

Infolge einiger E-Mails führte ich Kundendossiers mit und erwartete ein Angebot. Nur wollten die Aussteller jede Minute auf der ITB nutzen. Ein Berg von Arbeit wartete schliesslich auf sie zuhause, und sie beabsichtigten nach der Schau, erstmals zu reflektieren. 

Aus aller Welt bietet die ITB eine breite Auswahl an Reiseveranstaltern, Hotels und anderen touristischen Leistungsträgern. Als internationale Messe verkörpert sie eine ideale Plattform, um Kontakte zu knüpfen. Mit meinen vielen Projekten könnte ich wochenlang durch diese Messe ziehen. Doch dauert die nur zwei Wochen an. Ferner sind die Besprechungslots meistens ausgebucht.

Fazit

In der Tourismusbranche ist die ITB eine hervorragende Plattform für Kontaktanbahnungen. Bitte teilen Sie meine Webseite, oder unterstützen sie mich mit Inhalten. Dies ist auch eine Bitte an alle Aussteller am Algerienstand. Generell wird viel Aufhebens gemacht, danach melden sich Aussteller aber selten wieder. Aber immerhin können jene Kontakte von Reiseveranstaltern ermittelt werden, die in den Tourismus investieren und an Touristen aus Deutschland interessiert sind. Wahrscheinlich komme ich nicht umhin, zu Gunsten meiner hier erwähnten Interessen nachzufassen. 

Kömodie Ehrenbürger von Mohamed Hamidi

Der Ehrenbürger und ein Freund in Algerien

Samir Amin ist ein Nobelpreisträger für Literatur. Er lebt und schreibt in Paris, fern von seinem Heimatland Algerien. Einladungen nach Algerien lehnt er konsequent ab. Doch eines Tages soll er zum Ehrenbürger von Sidi Mimoun ernannt, eine Kleinstadt, wo er aufgewachsen ist.

Doch ist es wirklich eine Idee, an den Ort zu reisen, dessen Bewohner die Prototangisten seiner Werke sind? Das zeigt in lakonischer Art der Film Citoyen d‘ Honneur, auf deutsch Ehrenbürger.

Der Film wurde in Marokko gedreht. Die Filmindustrie muss sich in Algerien noch entwickeln. Es braucht viel Technik, viel Spezialisten und Behörden, die Filmemachern ihre Werke entfalten lassen. Mit viel Aufwand wird eine grosse Demonstration inszeniert. Vielleicht ist das Verhältnis für solche Fragen in Marokko einfacher, denn Algerien musste sich die Unabhängigkeit hart erkämpfen. 

Dennoch sind die Landschaften ähnlich und der Film gibt einen Einblick in die Mentalität von Algerien. Es ist ein sehenswerter, humorvoller Film, den ich mir gerne noch anschauen werde. 

Mohamed Hamidi betont am Ende des Interviews, dass er gerne einmal einen Film in Algerien drehen möchte. Er ist stolz auf das Land und die engagierten jungen Leute.

Demonstration für die Kabylei

Die Kabylen fühlen sich aus Urbevölkerung von Algerien und wehren sich gegen die arabische Assimilation. Sie wollen ihre Kulturen behalten und fordern eine Autonomie. Dafür haben Sie ein Schattenparlament in Frankreich gewählt.

In Algerien sind Demonstrationen verboten, dafür haben die Kabylen für ihr Anliegen in Genf Fahnen geschwungen. Ein schöner Tag am Genfer See, für Frieden und Freiheit. Separatistische Bewegungen bedeuten für einen Staat oft Instabilität. Wobei mehr Unabhängigkeit die Leistung einer Region stärken kann.

Die Lösung ist politisch zu diskutieren, das ist anscheinend in Algerien schwer möglich und gegen die Parlamentarier in Frankreich liegt ein Auslieferungsgesuch vor. Wie es weitergeht, wird sich zeigen, Demokratie ist ein Lernprozess für beide Seiten.

Hier geht’s zum Wikipedia Eintrag
Kabylei

Religiöse Stätten in Algerien

Die Religion spielt für die Bevölkerung immer eine wichtige Rolle. Algerien hat eine reiche Geschichte aus frühchristlicher Zeit. Der heilige Augustin hat das Christentum geprägt. Später hat der Islam eine wichtige Rolle eingenommen. Aktuell baut Algerien eine der grössten Moscheen der Welt, welche für 30000 Menschen Platz zum Beten bieten soll.

Die Moschee Djaama El Djazair oder Grosse Moschee von Algerien wird beherrscht von einen Hochhaus mit Museum und Forschungseinrichtungen und einen 265 m hohen Minarett. Der zentrale Gebetssaal ist ein riesiger Kubus mit 145 x 145 m und einer Höhe von 22,5 m, der durch eine grosse Kuppel getragen wird. Dort werden bis zu 120000 Menschen Platz finden

Der Komplex soll eine maghrebinische Hallenmoschee mit Einflüssen der Klassischen Moderne werden. Weithin sichtbar wird der Gebäudekomplex auch durch sein Minarett von ca. 265 m Höhe sein. Es handelt sich auch um ein Hochhaus, in dem ein Museum und Forschungseinrichtungen untergebracht werden.

Stolz ist Algerien auf die Geschichte vom heiligen Augustin. Der heilige Augustin wirkte in der Region von Annaba und gilt als Vater des römischen Katholizismus. Als einer der wichtigsten Philosophen beeinflusste er das christliche Denken und legte viele Grundlagen. Er ist im Jahr 354 nach Christus geboren , seine Mutter Monique ist eine eifrige Christin gewesen. Seine Ausbildung vervollständige er in Karthogo und reiste 383 nach Rom. Dort traf er den Bischof von Mailand, den heiligen Ambrosius. 388 kehrte er nach Algerien zurück und widmete sich den Gebet.

Schliesslich wurde er in Hippo gegen seinen Willen als Priester und als Bischof proklamiert wurde. Aus Hippo stammten in folgender Zeit viele Priester und Bischöfe in Afrika. Heute befindet sich das antike Hippo  im heutigen östlichen Algerien, nahe der Mündung des Flusses Seybouse gelegen.